Almwirtschaft in Zahlen!

Laut Almstatistik 2010 wurden 1.944 Almen mit einer Gesamtfläche von 156.646 Hektar bewirtschaftet. Ein Vergleich der letzten zehn Jahre zeigt einen Rückgang der bewirtschafteten Almbetriebe um 6 %, dieser ist förderungstechnisch bedingt.

Almwirtschaft von 1.200 bis über 2.000 m Seehöhe:
In Bezug auf die Höhenlage gibt es in Kärnten 59 % Mittelalmen (1.300 – 1.700 m), 34 % Hochalmen
(über 1.700 m) und 7 % Niederalm (bis 1.300 m).

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Almfutterfläche

Im Jahr 2010 umfasste die Almfutterfläche 70.719 Hektar, das ist gegenüber 2009 ein Rückgang von – 2,5 %
(- 1.843 Hektar). Gemessen an der Gesamtalmfläche beträgt der Anteil der Almfutterfläche in Kärnten rund 45 %.

Besitzstruktur

Almen stehen im wirtschaftlichen Zusammenhang mit einem oder mehreren landwirtschaftlichen Betrieben. 80 % der Almen sind Einzelalmen, das heißt, sie sind im Eigentum eines einzelnen landwirtschaftlichen Betriebes. Mit einem Flächenanteil von einem Drittel der gesamten Almfläche sind Einzelalmen relativ klein.

Agrargemeinschaftsalmen hingegen nehmen nahezu die restlichen zwei Drittel des Almflächenanteils ein. Sie sind eigene Rechtspersönlichkeiten, an denen mehrere bäuerliche Betriebe Anteile besitzen.

Lediglich ein kleiner Teil der Almen sind Servitutsalmen, das sind Fremdflächen, auf denen Bauern verbücherte Weiderechte besitzen.

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Gealptes Vieh

Kärntens Almen wurden 2010 mit 53.880 Rindern, 1.468 Pferden und 16.839 Schafen/Ziegen bestoßen, das waren in Summe 72.187 Stück bzw. 47.305 GVE. Im Vergleich zu 2009 ist das eine Steigerung von 1.444 Stück. Vom Gesamtviehbestand (198.075) wurden 27,2 % auf Almen aufgetrieben. Jeder zweite Rinderhalter hat seine Tiere gealpt. Im Durchschnitt weideten 0,67 GVE pro Hektar Almfutterfläche.

Mehr Mutterkühe als Milchkühe
Die Anzahl gealpter Milchkühe (1.708) betrug 5 % des gesamten Milchkuhbestandes. Von 2000 bis 2010 ist ein kontinuierlicher Rückgang bei gealpten Milchkühen feststellbar. Dies ist auf die anhaltende Umstellung von Milchvieh- auf Mutterkuhhaltung zurückzuführen. 2010 wurden auf Kärntens Almen 1.586.000 kg Milch produziert. Die Milch wurde zum Teil auf den Almen zu wertvollen, gesunden Produkten (Käse, Butter, Molke) verarbeitet, teilweise wurde sie ins Tal geliefert.

Almwege

Eine zeitgemäße Erschließung und Erreichbarkeit ist für die Bewirtschaftung der Almen eine notwendige Voraussetzung. Jungvieh- und Mutterkuhalmen werden zumeist vom Heimhof aus betreut. Das bedeutet, dass der Almbewirtschafter selbst regelmäßig nach den Tieren schaut, Almpersonal in den meisten Fällen nicht rentabel. Mit einem gut befahrbaren Almweg rückt die Alm näher zum Heimbetrieb und die Betreuung der Tiere sowie Versorgungs- und Arbeitsfahrten werden damit leichter. Versorgungsfahrten sind unerlässlich für die Erhaltung der Almgebäude, für die Anlieferung von Baumaterialien und Zaunmaterial aber auch für den Abtransport der Almprodukte. Die rasche Erreichbarkeit von bewirtschafteten Almen in Notsituationen kann durch die Errichtung von Almwegen ebenfalls sichergestellt werden. In Kärnten ist der Großteil der Almen gut bis mangelhaft erschlossen, rund 7 % der Almen sind nur zu Fuß erreichbar. Alpine Kulturlandschaft liegt zunehmend im Trend des Tourismus, das bedeutet, dass das Almwegenetz daher auch eine wichtige Infrastruktur für Wanderer, Erholungssuchende und Trendsportbegeisterte darstellt.

Almrevitalisierung

Der stete Rückgang der Almbewirtschaftung in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hatte ein verstärktes Zuwachsen der Almflächen mit Bäumen und Zwergsträuchern zur Folge. Das Entfernen dieser Gehölze erfordert viel Aufwand und Handarbeit. Im Rahmen des Kärntner Almrevitalisierungsprogramms werden von vielen Almbewirtschaftern große Weideflächen zurück gewonnen. Die große Teilnahme und hohe Eigeninitiative der Bauern ist ein eindrücklicher Beweis für den hohen Stellenwert der Almwirtschaft.